Oberfohren-Denkschrift

    Aus Lexikon Drittes Reich

    dem DNVP-Abgeordneten Ernst Oberfohren (1885-1933) zugeschriebenes Memorandum über den Reichstagsbrand vom 27. 2. 33. Die am 27. 4. 33 im "Manchester Guardian" erstmals veröffentlichte Oberfohren-Denkschrift behauptete, der Plan zur Brandstiftung stamme von Goebbels und sei unter Leitung Görings von Helldorf organisiert worden. Der "halb-verrückte" Lubbe habe dabei als Werkzeug gedient, sei durch den unterirdischen Gang von Görings Palais als Reichstagspräsident ins Parlamentsgebäude geschleust und dann als Handlanger der Kommunisten hingestellt worden. Die im Braunbuch erneut aufgegriffenen Thesen der Oberfohren-Denkschrift ließen sich nicht erhärten und gelten seit den Forschungen von Fritz Tobias ("Reichstagsbrand", 1962) und Hans Mommsen ("Der Reichstagsbrand und die politischen Folgen", 1964) als widerlegt.