Oberster Gerichtsherr

    Aus Lexikon Drittes Reich

    offiziell auf der letzten Reichstagssitzung am 26. 4. 42 Hitler zugesprochene Funktion, die er de facto schon spätestens seit der Vollendung seiner Diktatur durch die Zusammenlegung der Ämter Führer und Reichskanzler ausübte. Mit der Bezeichnung Oberster Gerichtsherr wurde Hitler über Recht und Justiz gestellt, wie er es schon während und nach der Röhm-Affäre beanspruchte, als er am 3. 7. 34 die Mordaktion, bei der er "des deutschen Volkes Oberster Gerichtsherr" gewesen sei, rückwirkend "als Staatsnotwehr" für "Rechtens" erklären ließ.