Odilo Globocnik

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei (9. 1. 42)

    geboren: 21. April 1904 Triest gestorben: 21. Mai 1945 bei Weißensee (Kärnten)


    Baumeister, bereits Jahre vor dem Anschluss Österreichs in seiner Heimat führend für die NSDAP tätig (Eintritt 1. 3. 31). Globocnik wurde viermal wegen illegaler Tätigkeit für die Partei von österreichischen Gerichten zu Gefängnisstrafen zwischen vier Wochen und sechs Monaten verurteilt und war 1936/37 wegen Hochverrats zur Festnahme ausgeschrieben. Nach dem Anschluss wurde er zunächst Staatssekretär und für kurze Zeit Gauleiter von Wien. Am Polenfeldzug nahm er als SS-Unterscharführer der Verfügungstruppe teil; bei der Allgemeinen SS (Eintritt 1. 9. 34) war er bereits Standartenführer. Danach wurde er zum SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin ernannt und zum SS-Brigadeführer und Generalmajor befördert. Am 17. 7. 41 beauftragte ihn Himmler mit der Planung und Errichtung von SS- und Polizei-Stützpunkten im Ostraum. Als Arbeitskräfte verwendete er insbesondere Juden. Im Mai 42 wurde ihm die Durchführung der "Aktion Reinhard" übertragen. Nach Auseinandersetzungen mit Partei- und SS-Führern ernannte ihn Himmler, der ihn mit "Globus" anredete, im August 43 zum Höheren SS- und Polizeiführer in der "Operationszone Adriatisches Küstenland" in Triest. Als Globocnik nach Kriegsende von alliierten Truppen festgenommen wurde, beging er Selbstmord.