Oradour-sur-Glane

    Aus Lexikon Drittes Reich

    französische Ortschaft nordöstlich von Limoges im Limousin. Am 10. 6. 44 rückte die 3. Kompanie des I. Bataillons des Regiments "Der Führer" der 2. SS-Panzerdivision "Das Reich" in Oroadour-sur-Glane ein und trieb die Bewohner zusammen. Während die Männer in Häusern und Scheunen erschossen wurden, schlossen die deutschen Soldaten 500 Frauen und Kinder in der Kirche ein und zündeten das Gebäude wie alle übrigen des Ortes an. Dem Massaker entkamen nur 36 Personen, 642 verloren ihr Leben im Feuer oder Kugelhagel. Oradour-sur-Glane wurde offiziell als "Vergeltungsmaßnahme" hingestellt, da die von Toulouse an die Invasionsfront marschierende Division schwere Verluste durch Partisanen erlitten habe. Hitler verhinderte eine gerichtliche Verfolgung, die auch durch den schnellen Vormarsch der Alliierten und den Untergang der 3. Kompanie zunächst unmöglich war. Erst 1953 mussten sich 21 ehemalige Angehörige der SS-Einheit vor einem Militärtribunal in Bordeaux verantworten. Nach einer eigens erlassenen Lex Oradour-sur-Glane, nach der bereits die Zugehörigkeit zu einer an Kriegsverbrechen beteiligten Einheit für einen Schuldspruch ausreichte, wurden zwei Todesurteile, 18 Haftstrafen und ein Freispruch verkündet; eine Amnestie milderte unmittelbar darauf die Strafen. 1983 wurde ein Zugführer der 3. Kompanie, Heinz Barth, in Ost-Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Ruinen von Oradour-sur-Glane blieben als Mahnmal stehen, der Ort wurde in der Nähe neu aufgebaut.