Organisation Todt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (O. T.), 1938 für den Bau militärischer Anlagen eingerichtete und nach ihrem Leiter Todt benannte staatliche Bauorganisation, die kurz vor und dann während des Zweiten Weltkriegs v. a. in den besetzten Gebieten für die Ausführung kriegswichtiger Bauvorhaben verantwortlich war. Eine wesentliche Grundlage für die Entstehung der Organisation Todt waren die zahlreichen Dienstverpflichtungen von Arbeitern und Angestellten und die Beauftragung von privaten Baufirmen (Verordnung zur "Sicherung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonders staatspolitischer Verantwortung"), die erstmals bei der Errichtung des Westwalls (1938/39) zum Einsatz kamen. Ab Kriegsbeginn vornehmlich für den Wiederaufbau zerstörter Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien eingesetzt, entwickelte sich die O. T. nach Todts Ernennung zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition (1940) zu einer mehr und mehr in militärischem Auftrag stehenden Bautruppe, der schließlich auch die Bauformationen der Wehrmacht unterstellt wurden. Die Angehörigen der O. T. waren uniformiert und unterstanden einer quasi-militärischen Dienstpflicht. Auf den Baustellen in den besetzten Gebieten und im Reichsgebiet beschäftigte die Organisation Todt zudem Hunderttausende von ausländischen Zivilarbeitern, Kriegsgefangene ( Fremdarbeiter), daneben (in Lagernähe) zwangsverpflichtete Juden und andere KZ-Häftlinge. Die umfassende Amtsgewalt Todts (u. a. Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft, Reichsminister) verschaffte der O. T. eine außerordentlich starke, von bürokratischem Ballast weitgehend freie Stellung und machte sie (v. a. wegen der hohen Effizienz bei der Ausführung ihrer Bauaufträge) zu einer der bedeutendsten Sonderorganisationen des Dritten Reichs.