Ortsgruppe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Organisationseinheit der NSDAP und in deren Terminologie ein "Hoheitsgebiet", geleitet von einem Ortsgruppenleiter als "Hoheitsträger". Die Ortsgruppe sollte kommunale Grenzen möglichst nicht überschneiden, konnte aber auf dem Land mehrere Gemeinden umfassen, während Städte in mehrere Ortsgruppen zerfallen konnten, je nach Dichte der Parteimitglieder. Eine Ortsgruppe sollte mindestens 150, aber nicht mehr als 1 500 Haushalte umfassen, die Bemessensgrundlage waren (nicht die Einzelmitglieder). Das hing mit den Aufgaben des Ortsgruppenleiters zusammen, die sich auch auf die Nichtmitglieder erstreckten: Er sollte "durch geeignete Veranstaltungen die Bevölkerung nationalsozialistisch ausrichten" und musste in einem Fragebogen auch Auskunft über die politische Zuverlässigkeit von nichtorganisierten Personen in seinem Bezirk geben. Der Ortsgruppenleiter, auf Vorschlag des Kreisleiters vom Gauleiter ernannt, residierte in der Ortsgruppendienststelle, wo auch die örtlichen Vertreter von DAF, Frauenschaft und NSV saßen. Verantwortlich für "die gesamtpolitische Lage" in der Ortsgruppe, sollte der Ortsgruppenleiter auf alle kommunalpolitischen Belange achten, die Zellen und Blocks überwachen; die Politischen Leiter schulen und Spitzeldienste leisten. Die Ortsgruppenleiter waren oft besonders übereifrig und in der Bevölkerung verhasst.