Oskar Dirlewanger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Oberführer (1943)

    geboren: 26. September 1895 Würzburg gestorben: 19. Juni 1945 Altshausen (Oberschwaben)


    Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Leutnant; 1922 Promotion (Staatswissenschaft), 1923 NSDAP-Eintritt; 1932 Führer des SA-Sturmbanns Eßlingen; 1934 wegen Verführung einer Abhängigen zu zwei Jahren Haft verurteilt; 1937 zur Legion Condor, 1939 als Obersturmführer zur Waffen-SS. 1940 entwickelte Dirlewanger die Idee, eine Scharfschützeneinheit aus verurteilten Wilddieben aufzustellen, deren "Schießkünste nicht brachliegen" dürften. Am 1. 9. 40 stand ein erstes SS-Sonderbataillon Dirlewanger. Immer wieder aufgefüllt mit Berufsverbrechern und Desperados, entwickelte sich die spätere SS-Sturmbrigade Dirlewanger zu einer beispiellosen Mordbrennertruppe; Sowjetmarschall Schukow setzte ein Kopfgeld auf Dirlewanger aus. Selbst in der SS regte sich Abscheu insbesondere über die Exzesse der Dirlewanger-Einheiten bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands. Dirlewangers Leute gerieten am 29. 5. 45 in sowjetische Gefangenschaft, er selbst hatte sich nach Westen abgesetzt. Dort soll er an Misshandlungen in französischer Haft gestorben sein. Gerüchten, er lebe noch, machte im November 60 die Exhumierung seiner Leiche ein Ende.