Oskar Maria Graf

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 22. Juli 1894 in Berg am Starnberger See gestorben: 28. Juni 1967 in New York


    Bäckerlehre; 1911 Flucht aus dem Elternhaus nach München; Kriegsdienst; zeitweise im Irrenhaus. Graf beteiligte sich an der Revolution 1918 und arbeitete in der Münchener Räterepublik mit. Er lebte als freier - wie er selbst sagte - "Provinzschriftsteller" ("Bolwieser", 1931) und Dramaturg an der Münchener Arbeiterbühne. Als Sozialist stand er den Nationalsozialisten feindlich gegenüber, verließ im Februar 33 Deutschland und forderte am 15. 5. 33 anlässlich der Bücherverbrennung: "Verbrennt mich!", da ihn die Nationalsozialisten nicht gleich auf der Liste unerwünschten Schrifttums führten. Das änderte sich rasch: 1934 ausgebürgert, musste Graf über Moskau (1934) und die Tschechoslowakei (bis 1938) in die USA emigrieren. 1947 erschien sein Kleinstadtroman "Unruhe um einen Friedfertigen", der die faschistischen Wurzeln im Bürgertum aufsucht. Graf wurde 1958 amerikanischer Staatsbürger.