Osthilfe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    per Gesetz vom 31. 3. 31 (Osthilfe-Gesetz) beschlossenes Unterstützungsprogramm für die ostdeutsche Landwirtschaft (v. a. Umschuldungsaktion). In das Osthilfe-Verfahren wurden 33 619 Betriebe mit insgesamt 2,2 Millionen Hektar einbezogen. Die Mittel dafür, die vornehmlich dem Großgrundbesitz zugute kamen, stammten zu 80 % von einer neu gegründeten Industriebank, deren Kapital durch eine Umlage der Industrie refinanziert wurde, zu 8 % aus dem Reichshaushalt und zu 12 % aus der Landwirtschaft durch Landverkauf der umzuschuldenden Betriebe. Zwar trugen die verschiedenen Maßnahmen (Gesamtumfang 600 Millionen RM) teilweise zu einer Verbesserung der Situation bei, die strukturellen Ursachen der landwirtschaftlichen Verschuldung konnten sie aber nicht beseitigen. Die geplante Aufsiedelung nicht entschuldungsfähiger Güter war politisch heiß umkämpft und trug zum Sturz der Regierung Brüning und Papen bei. Die Entschuldungspolitik wurde von den Nationalsozialisten fortgesetzt und ausgebaut (Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. 6. 33).