Oswald Pohl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Obergruppenführer (21. 4. 42)

    geboren: 30. Juni 1892 Duisburg gestorben: 8. Juni 1951 Landsberg am Lech


    Marine-Militärbeamter (1918 Zahlmeister), 1926 NSDAP- und 1929 SA-Beitritt. Wegen seiner organisatorischen Begabung berief Himmler Pohl am 1. 2. 34 als SS-Standartenführer zum Verwaltungschef im SS-Hauptamt, das die bewaffneten SS-Verbände betreute und für die KZ zuständig war. Ab Juni 39 in Personalunion Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium, baute Pohl die SS-Wirtschaftsunternehmen mithilfe aus der Industrie abgeworbener Fachleute rasch aus. Sie wurden am 31. 12. 42 zum Wirtschafts- und Verwaltungs-Hauptamt (WVHA) zusammengefasst und ließen Pohl zu einem der mächtigsten Männer im SS-Staat werden. Er verfügte mit den KZ-Häftlingen über ein unerschöpfliches Sklavenheer: Am 15. 8. 44 waren 524 286 gemeldet, eine Zahl, die Anfang 45 die 700 000-Grenze überschritt, so dass Pohl Häftlinge zu höchst vorteilhaften Bedingungen noch an die Industrie "vermieten" konnte. Er besorgte mit der Ausbeutung der KZ-Insassen zugleich Himmlers Auftrag der "Vernichtung durch Arbeit": Die Zahl der bei Zwangsarbeit umgekommenen Häftlinge wird auf 500 000 geschätzt. Bis Mai 46 konnte Pohl untertauchen, wurde dann aber identifiziert und im Pohl-Prozess am 3. 11. 47 zum Tod verurteilt. Er trat während der dreijährigen Haft zum katholischen Glauben über und wurde nach Abweisung aller Gnadengesuche gehängt.