Otto Braun

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 28. Januar 1872 in Königsberg (Ostpreußen) gestorben: 15. Dezember 1955 in Ascona (Tessin, Schweiz)


    schon als Druckerlehrling zur SPD, ab 1911 im Partei vorstand; 1919 Abgeordneter in der Weimarer Nationalversammlung. Braun wurde nach dem Kapp-Putsch (13. 3. 20) preußischer Ministerpräsident und blieb es mit kurzen Unterbrechungen zwölf Jahre lang. Der "rote Zar" im größten Land des Reichs war so bei dauernd wechselnden Reichsregierungen ein erheblicher Stabilitätsfaktor für die Republik, die er entschieden gegen die radikalen Parteien verteidigte. Nach Verlust der Mehrheit 1932 Chef eines Minderheitenkabinetts, wehrte sich Braun allerdings nur mit juristischen Mitteln gegen den Preußenschlag Papens (20. 7. 32). Dass er Recht bekam, nutzte nichts mehr; eine Verordnung des Reichspräsidenten vom 6. 2. 33 enthob ihn endgültig seines Amts. Vor dem Zugriff der Nationalsozialisten setzte er sich in die Schweiz ab. Schrieb Memoiren: "Von Weimar zu Hitler" (1940).