Otto Dix

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Maler und Grafiker

    geboren: 2. Dezember 1891 in Gera-Untermhaus gestorben: 25. Juli 1969 in Singen


    Expressionist, gehörte zu den wichtigsten Vertretern der "neuen Sachlichkeit", überzeichnete aggressiv, manchmal grotesk das "Grauenhafte und Ekelhafte" des Kriegs (z. B. in der Radierungen-Serie "Der Krieg", 1923/24), entlarvte das Berlin der "goldenen 20er" als Alptraumwelt von Kriegskrüppeln, Prostituierten und Dekadenten. Seiner bitteren Sozialkritik ("zersetzend, hetzerisch-aufwühlend"), seiner Sachlichkeit ("unbarmherzig") und seiner Betonung des Hässlichen wegen galt Dix den Nationalsozialisten als besonders abstoßender Exponent entarteter Kunst, er wurde 1933 als Professor der Kunstakademie Dresden entlassen. Bis 1937 beschlagnahmte man 260 seiner Gemälde und Radierungen, die zum Teil verbrannt, zum Teil ins Ausland verkauft wurden. Nach Jahren des Arbeitsverbots war das von Resignation kündende Spätwerk durch religiöse Themen und Landschaften bestimmt.