Otto Hörsing

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 18. Juli 1874 Groß-Schillingken (Ostpreußen) gestorben: 23. August 1937 Berlin


    Hörsing war bereits vor dem Ersten Weltkrieg hauptberuflich zunächst Gewerkschafts-, dann SPD-Funktionär, wurde nach der Novemberrevolution Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats von Oberschlesien, 1919 Reichskommissar für Schlesien und Posen und 1920-27 Oberpräsident der Provinz Sachsen. 1924 gründete Hörsing das Reichsbanner "Schwarz-Rot-Gold" und wurde zu dessen 1. Vorsitzendem gewählt. Als rechter Sozialdemokrat hatte er früh an der Niederschlagung kommunistischer und sozialistischer Aktivitäten mitgewirkt. Wegen zum Teil in betrunkenem Zustand gehaltener Sonntagsreden verlor Hörsing 1927 seinen Posten als Oberpräsident, musste als "Rechtsabweichler" aus der SPD austreten und wurde durch Höltermann als Reichsbanner-Vorsitzender ersetzt. Der anschließende Versuch, eine eigene Sozialrepublikanische Partei zu gründen, blieb ohne Erfolg.