Otto Hahn

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Chemiker

    geboren: 8. März 1879 in Frankfurt am Main gestorben: 28. Juli 1968 in Göttingen


    ab 1910 Professor in Berlin, 1928-45 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie. Hahn beschäftigte sich u. a. mit Zerfallserscheinungen an radioaktiven Elementen, entdeckte 1938 zusammen mit F. Straßmann die Spaltung von Urankernen bei Neutronenbeschuss und schuf damit die entscheidenden Voraussetzungen für den Bau der Atombombe. Als Institutsleiter hielt er Distanz zu den Nationalsozialisten und verhalf seiner jüdischen Mitarbeiterin Lise Meitner zur Flucht ins Ausland. 1945 wurde Hahn zusammen mit Weizsäcker, Heisenberg u. a. in England interniert, konnte jedoch bereits 1946 zurückkehren und wurde erster Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (Nachfolgeorganisation der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften). Hahn erhielt zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen (u. a. Nobelpreis rückwirkend für 1944). Unter dem Eindruck der Kriegsfolgen und der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki begann er seinen öffentlichen Kampf gegen die atomare Rüstung und für die ausschließlich friedliche Nutzung der Kernenergie.