Otto Hoetzsch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Historiker und Politiker

    geboren: 14. Februar 1876 Leipzig gestorben: 27. August 1946 Berlin


    Spezialist für osteuropäische Geschichte, 1906 Professor in Posen, später in Berlin, 1913 Mitbegründer der "Deutschen Gesellschaft zum Studium Osteuropas". Hoetzsch setzte sich im Ersten Weltkrieg für eine Verständigung zwischen Deutschland und Russland ein. Politisch wirkte er (1920-30 Mitglied des preußischen Landtags, MdR) als "Reform-Konservativer" in der DNVP, ging aber als Gegner von Hugenbergs Radikalisierungspolitik 1929 zur Volkskonservativen Vereinigung. Trotz eines antikommunistischen konservativen Weltbilds wurden Hoetzschs Darstellungen der russischen Geschichte wegen ihrer Ausgewogenheit von den Nationalsozialisten als "probolschewistisch" diffamiert, er selbst 1935 vorzeitig pensioniert.