Otto Klemperer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Dirigent

    geboren: 14. Mai 1885 in Breslau gestorben: 7. Juli 1973 in Zürich


    Klemperer dirigierte erstmals 1906 in Berlin, machte als Kapellmeister an mehreren europäischen Opernhäusern Karriere und übernahm 1927 die musikalische Leitung der Berliner Krolloper, wo er besonders durch Aufführungen zeitgenössischer Komponisten (Hindemith, Schönberg, Strawinsky) internationales Ansehen gewann. Klemperer empfing zwar für sein künstlerisches Wirken Auszeichnungen wie die Goethe-Medaille (1933), sah sich aber wegen seines Eintretens für die Moderne zahlreichen Angriffen national-konservativer Kreise ausgesetzt. Da er als Jude nach der Machtübernahme kaum noch Möglichkeiten öffentlichen Arbeitens sah, setzte er nach 1933 seine Karriere in den USA fort, kehrte 1946 nach Europa zurück und war u. a. Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra, bevor er sich 1970 in Jerusalem niederließ.