Otto Müller

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher katholischer Theologe

    geboren: 9. Dezember 1870 Eckenhagen (Oberbergischer Kreis) gestorben: 12. Oktober 1944 Zuchthaus Tegel


    Doktor der Staatswissenschaften, 1902 Diözesanpräses in Köln, Generalsekretär der katholischen Arbeitervereine. Müller galt früher als "roter Kaplan", weil er nicht nur seine Dissertation, sondern einen Großteil seiner Arbeitskraft der sozialen Frage widmete und die Gründung christlicher Gewerkschaften förderte. Er gründete 1929 das Kettelerhaus (benannt nach dem sozial engagierten Mainzer Bischof W. v. Ketteler, 1811-77) in Köln, das zu einem Zentrum des katholischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde. Müller, der Hitler als "nationales Unglück" bezeichnete, knüpfte Verbindungen zur militärischen Opposition durch seinen Freund Letterhaus und zu Goerdeler. Deswegen wurde er nach dem Attentat vom 20. 7. 44 festgenommen. Er erlag den harten Haftbedingungen.