Otto Meißner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 13. März 1880 Bischweiler (Elsass) gestorben: 27. Mai 1953 München


    1911 Regierungsrat in der Reichsbahndirektion Elsass. Während des Ersten Weltkriegs zunächst zur Infanterie eingezogen, wirkte Meißner ab 1918 in der Militärverwaltung der Ukraine. 1920 wurde er zum Chef der Präsidialkanzlei (ab 1923 Staatssekretär, ab 1937 Staatsminister) berufen. Meißner diente unter Ebert, Hindenburg und nach dessen Tod auch unter Hitler bis zum Ende des Dritten Reichs. Er hatte bedeutenden Einfluss auf Hindenburg und bestärkte ihn in den antiparlamentarischen Vorurteilen. Das trug zur Bildung der so genannten Präsidialkabinette ebenso bei wie letztlich zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Dennoch wurde Meißner nach dem Krieg im Wilhelmstraßenprozess freigesprochen, weil er vielen Regimegegnern geholfen hatte. Auch spätere Spruchkammer- und Gerichtsverfahren endeten mit Freispruch. Von seinen Schriften sind zu nennen "Staats- und Verwaltungsrecht im Dritten Reich" (1935, mit G. Kaisenberg) und seine Memoiren "Staatssekretär unter Ebert, Hindenburg, Hitler" (1950).