Otto Ohlendorf

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Gruppenführer (November 44)

    geboren: 4. Februar 1907 Hoheneggelsen bei Hildesheim gestorben: 7. Juni 1951 Landsberg am Lech


    Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, 1925 NSDAP-, 1926 SS-Beitritt, Oktober 33 zum Weltwirtschaftsinstitut in Kiel. 1936 Berater des SD und 1939-45 dessen Leiter im Amt III des RSHA. Der bei Himmler nicht sonderlich beliebte Ohlendorf rückte im Juni 41 als Chef der Einsatzgruppe D in Russland ein und leitete bis zum Juni 42 die Ermordung von rund 90 000 Zivilpersonen, meist Juden. Im Nürnberger Prozess legte er Wert auf die Tatsache, dass er immer strikt darauf geachtet habe, dass keine "unnötige Erregung" bei den Opfern erzeugt und dass auch die psychische Belastung der Täter durch Salvenexekution möglichst gemindert worden sei. Damit die meist verheirateten Mitglieder der Pelotons nicht auf Frauen und Kinder schießen mussten, habe man diese später nur noch in Gaswagen getötet. Die Vernichtung der Juden bezeichnete er als historisch notwendig und verglich sie mit den amerikanischen Atombombenabwürfen. Ohlendorf wurde am 10. 4. 48 zum Tod verurteilt, musste aber noch fast drei Jahre auf die Hinrichtung warten.