Otto Palandt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist

    geboren: 1. Mai 1877 gestorben: 3. Dezember 1951 Hamburg


    Amts- (1906), Land- (1912) und Oberlandesgerichtsrat (1916). Palandt wurde 1933 zum Präsidenten des preußischen Landesjustizprüfungsamts, 1934 zum Präsidenten des Reichsjustizprüfungsamts ernannt und war maßgeblich beteiligt an der "von reinstem nationalsozialistischen Geiste erfüllte(n)" Neuordnung der Juristenausbildung nach 1933. Palandt begründete 1939 den heute auflagenstärksten Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch einschließlich einiger Nebengesetze: den "Palandt" (1985 in 44. Auflage). In der 1.-6. Auflage (1939-44) wurde der Kommentar mit dem Bekenntnis herausgegeben, das "liberalistische" Zivilrecht in die nationalsozialistische Rechts- und Lebensauffassung einzuordnen und auch hier das "gesunde Volksempfinden" und das NSDAP-Programm zur maßgeblichen Richtschnur der Rechtsfindung zur erheben. Nach 1945 wurde der "Palandt" zunächst ohne Herausgeber- oder wesentlichen Bearbeiterwechsel den neuen Verhältnissen angepasst durch Streichung der Passagen mit nationalsozialistischer Ideologie u. a. der Nürnberger Gesetze aus den erläuterten Nebengesetzen.