Otto Rasch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei (1940)

    geboren: 7. Dezember 1891 Friedrichsruh gestorben: 1. November 1948 Wehrstedt


    Teilnahme am Ersten Weltkrieg (Leutnant zur See), Studium der Philosophie, Rechts- und Staatswissenschaft, Tätigkeit in der freien Wirtschaft, 1931 Rechtsanwalt in Dresden, 1933 Bürgermeister in Radeberg und 1935 Oberbürgermeister in Wittenberg. In die NSDAP trat Rasch 1931 ein, in die SA 1933. Ab 1936 war er hauptamtlich beim SD tätig. Am 1. 10. 37 übernahm er (kommissarisch) die Leitung der Stapo Frankfurt am Main und im März 38 wurde er (kommissarischer) Sicherheitsdirektor für Oberösterreich in Linz. Es folgten von Juni 38 an verschiedene Tätigkeiten im RSHA sowie beim Befehlshaber der Sipo und des SD in Prag. 1940 wurde Rasch als Inspekteur der Sipo und des SD nach Königsberg versetzt. Kurz vor Beginn des Russlandfeldzuges übernahm er die Einsatzgruppe C, mit der er u. a. Vernichtungsaktionen gegen die Juden durchführte. Im Oktober 41 erfolgte seine Ablösung, Anfang 42 wurde er Direktor der Kontinentalen Oel AG in Berlin. Ende September 47 erhoben die Amerikaner gegen ihn und andere in Nürnberg Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in verbrecherischen Organisationen (Ohlendorf-Prozess). Wegen Verhandlungsunfähigkeit wurde sein Fall am 5. 2. 48 abgetrennt.