Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (PPK), von Heß am 15. 4. 34 gegründete und seinem Stab (und damit der Reichsleitung der NSDAP) zugeordnete Dienststelle, die darüber "wachen" sollte, "daß das nationalsozialistische Ideengut nicht von Unberufenen verfälscht und in einer die breite Öffentlichkeit irreführenden Weise geschäftlich ausgewertet wird"; Leiter Bouhler, Stellvertreter Hederich. Der PPK mussten sämtliche Veröffentlichungen der NSDAP, ihrer Untergliederungen und angeschlossenen Verbände (Schulungs- und Propagandamaterial, Liederbücher, Organisationsrichtlinien u. a.) zur Begutachtung und Freigabe vorgelegt werden. Auch Veröffentlichungen sonstiger Organisationen und Verlage durften "nur dann im Titel, in der Aufmachung ... oder auch in der Darstellung selbst als nationalsozialistisch ausgegeben werden, wenn sie der PPK vorgelegen haben und deren Unbedenklichkeitsvermerk tragen". Daneben hatte die PPK dafür zu sorgen, dass die Bezeichnung nationalsozialistisch und Zitate nationalsozialistischer Politiker nicht irreführend benutzt oder "entwürdigt" wurden, und, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, darauf hinzuwirken, dass alle nationalsozialistischen Veröffentlichungen im Zentralverlag der NSDAP erschienen (Eher Verlag). Die PPK war außerdem federführend bei der Dokumentation und bibliographischen Erfassung des gesamten nationalsozialistischen Schrifttums.