Parteigerichte

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistische Ehrengerichte mit der zusätzlichen Kompetenz, Arrest- und Haftstrafen zu verhängen. Aufbau und Verfahren der Parteigerichte waren nicht durch Gesetz, sondern durch die Richtlinien des Stellvertreters des Führers vom 17. 2. 34 geregelt. Die Parteigerichte hatten Verhalten von Parteigenossen zu ahnden, das dem "Ehrgefühl und den Anschauungen der NSDAP zuwider" lief, und Streitigkeiten unter Parteigenossen zu schlichten. Die von Parteigerichten ausgesprochenen Strafen, insbesondere der Ausschluss aus der Partei, hatten für die Betroffenen oft schwerwiegende Folgen. Es gab Orts-, Kreis-, Gaugerichte und das oberste Parteigericht unter W. Buch. Arbeiteten in den Orts- und Kreisgerichten überwiegend Laien, so waren die höheren Gerichte meist mit nebenamtlich tätigen Berufsjuristen der ordentlichen Gerichtsbarkeit besetzt.