Partisanen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Zivilisten oder nicht den regulären Streitkräften angehörende Kombattanten, die einzeln oder in Gruppen aus dem Hinterhalt gegen eine Besatzungsmacht oder die rückwärtigen Verbindungen einer Okkupationsarmee kämpfen. Völkerrechtlich sind Partisanen nur dann als reguläre Kombattanten anerkannt und müssen bei Gefangennahme wie Kriegsgefangene behandelt werden, wenn sie einen verantwortlichen Führer haben, ein auch aus größerer Entfernung erkennbares Abzeichen tragen und ihre Waffen offen führen (Artikel I der Haager Landkriegsordnung von 1907, Artikel 4 des III. Genfer Abkommens zum Schutz der Kriegsopfer von 1949). Diese Bedingungen werden jedoch im modernen Partisanenkrieg in der Regel nicht erfüllt. Im Zweiten Weltkrieg musste sich die deutsche Wehrmacht in den besetzten Gebieten der Aktionen von Partisanen erwehren, ein Kampf, der auf beiden Seiten mit großer Erbitterung und Grausamkeit geführt wurde und häufig barbarische Vergeltungsaktionen gegen die Bevölkerung nach sich zog.

    Im Januar 43 kämpften in Weißrussland 57 500 Partisanen, bis zum November 43 stieg ihre Zahl auf 122 600 an. Anfang 44 operierten hinter den deutschen Linien über 250 000 sowjetische Partisanen. Sie brachten stellenweise die deutschen Verbände, besonders bei den großen Niederlagen wie dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Sommer 44, in erhebliche Bedrängnis. Für 1943 meldeten die sowjetischen Partisanen 11 000 Sprengungen von Bahnlinien und 9 000 zum Entgleisen gebrachte Transportzüge, wobei rund 6 000 Lokomotiven und 40 000 Waggons zerstört oder beschädigt wurden, sowie die Zerstörung von 22 000 deutschen Kfz.

    Auf dem Balkan verfügte Tito im März 44 nach deutschen Schätzungen über elf Korps mit 31 Divisionen von je 2 000-4 000 Mann. Nach deutschen Meldungen sollen diesen Kräften vom 1. 1.-1. 8. 44 Verluste in Höhe von 55 800 Toten und 21 500 Gefangenen zugefügt worden sein. Die Zahl der Überläufer betrug 2 500. Die Tito-Partisanen wurden von den Alliierten versorgt, holten sich aber auch viele Waffen von den italienischen Besatzungstruppen und erbeuteten sie im Kampf gegen die kroatische Wehrmacht. Trotz umfangreicher deutscher Gegenmaßnahmen blieb Tito unbesiegt. Am 25. 5. 44 scheiterte knapp der Versuch deutscher Fallschirmjäger, Titos Hauptquartier in Dvar auszuheben. Seine Truppen verloren mit wachsender Kriegsdauer den Partisanencharakter und entwickelten sich zu einer regulären Armee.

    Nach deutschen Angaben wurden vom 6. 6.-31. 8. 44 in Frankreich und Belgien 11 086 "Terroristen" im Kampf "niedergemacht" und 4 700 als Gefangene eingebracht. Im März 44 gab es 460, im April 44 schon 500 Fälle von Eisenbahnsabotage. Die Versorgung mit Waffen für die Maquisards der Résistance erfolgte aus der Luft durch alliierte Flugzeuge. Partisanenkrieg entwickelte sich auch in Italien nach dessen Ausscheiden aus dem Krieg im Sommer 43. Nach deutschen Berichten wurden vom 12. 5.-30. 9. 44 in Italien 12 582 "Banditen" getötet und 8 500 gefangen genommen. Ein gnadenloser Kleinkrieg tobte auch in Griechenland, wo die stärkste Kraft die über 22 000 Kämpfer der kommunistischen ELAS waren.