Partito Nazionale Fascista

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (PNF), aus der 1919 entstandenen faschistischen Bewegung Mussolinis im November 21 gebildete italienische Partei mit rapide wachsender Mitgliederzahl (Dezember 20: 21 000, Mai 22: 322 000). Der PNF wurde nach dem Marsch auf Rom (Oktober 22) im Zuge des Ausbaus der faschistischen Diktatur Staatspartei, deren radikale Tendenzen der allein auf Machtkonzentration bedachte Mussolini durch Bündnisse mit den traditionellen Eliten, Militär, Kirche, Großindustrie, eindämmte. Parallel zur Bildung der persönlichen Herrschaft des "Duce" ging die Ablösung des Wahl- durch das Ernennungsprinzip in der Partei, die damit quasi zum Staatsorgan wurde wie auch der Faschistische Großrat, ihr einstiges Zentralkomitee. Der PNF diente nun in erster Linie zur Erfassung der Bevölkerung, was sich in der Mitgliederentwicklung ausdrückte (1927: rund 1,1 Millionen; 1937: 2,2 Millionen; 1943: 4,8 Millionen), durch Frauen- und Jugendverbände, gewerkschaftliche Durchdringung und Organisation der Freizeit (Dopolavoro). Schließlich war der PNF wenig mehr als Kulisse für die Inszenierungen der Diktatur Mussolinis. Erst als bei sich verschlechternder Kriegslage die tönernen Füße des Kolosses erkennbar wurden, kam aus dem PNF Widerstand, der am 25. 7. 43 zum Sturz des "Duce" führte. Das aber wurde auch der Untergang des PNF, den die Regierung Badoglio im August 43 verbot. Seine Wiederbelebung im Partito Fascista Repubblicano (PFR) nach Mussolinis Befreiung verschärfte nur den italienischen Bürgerkrieg und blieb ohne politische und programmatische Bedeutung.