Paul Blobel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Standartenführer

    geboren: 13. August 1894 Potsdam gestorben: 7. Juni 1951 Landsberg (Lech) (hingerichtet)


    zunächst freier Architekt, nach beruflichen Rückschlägen 1935 zum SD, schon vorher SA-, SS- und NSDAP-Beitritt (jeweils 1. 12. 31). Beim SD war Blobel überwiegend im SD-Oberabschnitt West tätig. Bei Beginn des Russlandfeldzuges wurde er Kommandeur des Sonderkommandos (SK) 4 a der Einsatzgruppe C. Mit dem SK 4 a führte er im Operationsraum der 6. Armee Massenerschießungen durch, denen mindestens 60 000 überwiegend jüdische Menschen zum Opfer fielen, u. a. die Juden Kiews (Babi-Yar). Im Januar 42 wurde er abgelöst und mit der Enterdungsaktion beauftragt. Nach dem Krieg stellten die Amerikaner Blobel in Nürnberg vor ein Militärgericht (Ohlendorf-Prozess). Am 10. 4. 48 wurde er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und als Mitglied einer verbrecherischen Organisation zum Tod durch den Strang verurteilt.