Paul Ernst

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 7. März 1866 in Elbingerode, Harz gestorben: 13. Mai 1933 in St. Georgen, Steiermark


    Studium der Theologie, Literaturwissenschaft und Volkswirtschaft. Zunächst politisch sozialdemokratisch und literarisch naturalistisch eingestellt ("Lumpenbagasch", Drama 1898), wandelte sich Ernst zu einem neuklassizistischem Autor, der eine Verbindung von "germanischer Tiefe mit romanischer Formstrenge" suchte. Die Nationalsozialisten meinten, darin das Bemühen um "Erneuerung des deutschen Lebens aus historischem Bewusstsein" zu erkennen (insbesondere "Das Kaiserbuch", dreibändiges Versepos 1922-28), und zeichneten Ernst mehrfach aus, der sich noch kurz vor seinem Tod zum Dritten Reich bekannte. Später wurde die Ernst-Verehrung offiziell gebremst, da man die hohe Abstraktion und Formalisierung seiner Werke nun als "blutleer" kritisierte.