Paul Hertz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und Publizist

    geboren: 23. Juni 1888 Worms gestorben: 23. Oktober 1961 Berlin


    ab 1914 Redakteur der sozialdemokratischen Presse, 1917 zur USPD, kommunalpolitische Tätigkeit in Berlin, u. a. Bürgermeister des Bezirks Kreuzberg, von 1920-22. 6. 33 Mitglied des Reichstags; seit 1922 Geschäftsführer der SPD-Reichstagsfraktion. Da Hertz nach dem Ersten Weltkrieg Bestrebungen unterstützte, die Räterepublik in Hamburg auszurufen, und er als einer der ersten Politiker für den Abschluss des Versailler Vertrags eintrat, sah er sich besonders intensiven Angriffen der Nationalsozialisten ausgesetzt, emigrierte 1933 nach Prag und wurde am 30. 3. 34 ausgebürgert. Hertz gehörte mehrere Jahre dem Exilvorstand der SPD an, verließ 1938 Prag und ging über Paris in die USA. Nach der Rückkehr aus dem amerikanischen Exil 1949 gehörte er bald zu den führenden Köpfen der Westberliner SPD (u. a. 1951-53, 1955-61 Mitglied des Senats).