Paul Reynaud

    Aus Lexikon Drittes Reich

    französischer Politiker

    geboren: 15. Oktober 1878 in Barcelonette gestorben: 21. September 1966 in Paris


    Abgeordneter 1919-40 (Demokratische Allianz), 1930-32 mehrfach Minister, zeitweilig Vorsitzender der Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus, 1938-40 als Finanzminister erfolgreich und Gegner des Appeasement-Kurses von Ministerpräsident Daladier, dessen Nachfolger Reynaud im März 40 wurde. Bei Beginn des deutschen Angriffs (19. 5. 40) auch Verteidigungsminister, konnte er die Katastrophe nicht abwenden, da seine Unterstützung für das Konzept de Gaulles zur Panzermassierung zu spät kam. Er floh mit der Regierung nach Bordeaux, vermochte sich aber mit seinem Plan, den Krieg von den Kolonien aus fortzuführen, nicht durchzusetzen und musste Pétain weichen. Von der Vichy-Regierung festgenommen und 1942 an Deutschland ausgeliefert, kam Reynaud in KZ-Haft (u. a. Buchenwald und Sachsenhausen). Nach dem Krieg 1946-62 wieder Abgeordneter (Unabhängige Republikaner), Verfechter der europäischen Einigung, Mitarchitekt der V. Republik, Kritiker de Gaulles.