Paul Schneider

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher evangelischer Theologe

    geboren: 28. August 1897 Pferdsfeld bei Bad Kreuznach gestorben: 18. Juli 1939 KZ Buchenwald


    Kriegsfreiwilliger, danach Studium und 1926 Pfarrer in Hochelheim bei Wetzlar. Wegen Kritik an einem Aufruf von SA-Chef Röhm am 8. 10. 33 vom Bischof gerügt, stellte Schneider seine Angriffe auf die nationalsozialistische Weltanschauung und die von ihr beeinflussten Deutschen Christen dennoch nicht ein. Daher erfolgte im Februar 34 seine Versetzung in die abgelegene Gemeinde Dickenschied im Hunsrück. Dort kam es schon im Juni 34 zum Konflikt mit dem Kreisleiter der NSDAP, der Schneider in Schutzhaft brachte. Massive Proteste der Gemeinde, darunter viele SA-Leute, brachten noch einmal die Freiheit, bevor Schneider wegen Widerstands gegen einen Ausweisungsbefehl aus dem Rheinland 1937 ins KZ Buchenwald eingeliefert wurde. Dort spendete er noch aus dem Zellenfenster seinen Mithäftlingen christlichen Trost und nahm Schikanen und Misshandlungen in Kauf. Er starb schließlich nach schwerer Prügelstrafe an den Folgen einer überdosierten Strophantininjektion.