Paul Schultze Naumburg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Architekt

    geboren: 10. Juni 1869 Altenburg bei Naumburg an der Saale gestorben: 19. Mai 1949 Jena


    1901-03 Professor an der Kunstschule in Weimar, danach Leiter der von ihm gegründeten Saalecker Werkstätten. Schultze-Naumburg baute zahlreiche Landhäuser und Herrensitze in bewusster Abkehr von angeblich "volksfremder" Architektur sowohl der "bourgeoisen Unkultur" der Jahrhundertwende wie von "kunstbolschewistischen" Tendenzen, wie sie v. a. das Bauhaus für ihn verkörperte. Er trat der NSDAP bei, bekämpfte die "verjudete und entartete Kunst der Systemzeit" und wurde vom thüringischen Innenminister Frick 1930 zum Leiter der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Handwerk in Weimar berufen. 1932 wurde Schultze-Naumburg sogar Mitglied des Reichstags. Welche hohe Verehrung er im Dritten Reich bei der offiziellen Kulturpolitik genoss, geht schon aus den Titeln seiner Schriften hervor: "Kunst und Rasse" (1928), "Kunst aus Blut und Boden" (1934), "Rassegebundene Kunst" (1934), "Nordische Schönheit" (1937) u. a. Eine für Schultze-Naumburg sicher höchst unerwünschte Ehrung erfuhr eine seiner Bauten 1945: Im 1913-17 erbauten Cecilienhof tagten die Regierungschefs der Siegermächte.