Philipp Lenard

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Physiker

    geboren: 7. Juni 1862 in Preßburg gestorben: 20. Mai 1947 in Königshofen


    1898 Professor in Kiel, 1907-32 in Heidelberg. Lenard gelang die Aufklärung des Phänomens der Phosphoreszenz und die Erklärung der Natur der Kathodenstrahlen. Seine Arbeiten über den Photoeffekt schufen wesentliche Voraussetzungen für die Theorien von Einstein, dessen Relativitätstheorie Lenard aber als "jüdischen Trug" ablehnte. Als Experimentalphysiker und Nationalist misstraute er dem Theoretiker wie dem Pazifisten Einstein. Lenard setzte seinen Ruf als Nobelpreisträger (1905) in der Weimarer Zeit zu antisemitischen Attacken auf jüdische Kollegen ein und stellte sich den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken zur Verfügung. In seinem Werk "Deutsche Physik" (1936/37), dessen Titel zum ideologischen Schlagwort wurde, versuchte er eine völkisch-rassische Fundierung auch der Naturwissenschaften.