Pierre Laval

    Aus Lexikon Drittes Reich

    französischer Politiker

    geboren: 28. Juni 1883 in Châteldon gestorben: 15. Oktober 1945 in Paris


    Jurist; ab 1914 sozialistisch, 1919 parteiloser Abgeordneter, 1925-31 verschiedene Ministerposten, 1931/32 und 1935/36 Ministerpräsident in konservativen Kabinetten. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutschen Truppen wurde Laval 1940 stellvertretender Ministerpräsident der Vichy-Regierung und konnte aufgrund seines "hervorragenden Intrigantentalents" (G. de Boitier de Sauvigny) die Nationalversammlung dazu bewegen, alle Vollmachten auf den greisen Marschall Pétain zu übertragen und ihn selbst als dessen Nachfolger zu nominieren. Nachdem er seine Politik der Kollaboration mit den Deutschen öffentlich vertreten hatte, wurde Laval im Dezember (Kritiker sagten über ihn: "Alles an ihm war schwarz - sein Anzug, sein Gesicht, seine Seele") desselben Jahrs wieder abgesetzt. Im April 42 unter deutschem Druck wieder zum Ministerpräsidenten ernannt, konnte er die Zwangsverpflichtung von Arbeitskräften nicht verhindern. Seine Regierung wurde im August 44 nach Belfort verlegt, im September nach Deutschland verschleppt. Fluchtversuche nach Spanien und Österreich misslangen. Laval wurde von amerikanischen Truppen festgenommen, im August 45 an Frankreich ausgeliefert, in einem umstrittenen Verfahren als Kollaborateur verurteilt und hingerichtet.