Plötzensee

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Strafanstalt im Nordwesten Berlins. In einem Ziegelschuppen innerhalb des weitläufigen Gebäudekomplexes befand sich die Hinrichtungsstätte, in der von 1933-45 wegen ihres Kampfs gegen die Diktatur etwa 2 400 Männer, Frauen und Jugendliche hingerichtet wurden: Deutsche, Niederländer, Franzosen, Tschechen und Angehörige anderer Nationen sowie aller Gesellschaftsschichten. Die Todesstrafe wurde zuerst nur durch das Fallbeil vollstreckt, ab 29. 3. 33 auch durch Erhängen. Von den etwa 200 verurteilten Männern aus den Widerstandskreisen des Zwanzigsten Juli 1944 wurde ein großer Teil in Plötzensee hingerichtet. Auf ausdrücklichen Befehl Hitlers wurde diesen Verurteilten jeder seelsorgerische Trost verwehrt und die Strafe ausschließlich durch Erhängen an den berüchtigten "Fleischerhaken" vollstreckt. In Plötzensee starben bedeutende Gegner des nationalsozialistischen Regimes wie Goerdeler, Hassell, Leber, Leuschner, Moltke, Witzleben. Am 25. 4. 45 drangen sowjetische Truppen in die Haftanstalt ein. 1952 errichtete der Senat von Berlin an der Hinrichtungsstätte eine öffentlich zugängliche Gedenkstätte für die Opfer der Hitlerdiktatur. In der ehemaligen Strafanstalt befindet sich heute eine Jugendstrafanstalt.