Pluralismus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Nebeneinander unterschiedlicher politischer und sozialer Interessengruppen, die jeweils Anteile an der staatlichen Macht und der Gesetzgebung anstreben; wegen des damit verbundenen Zwangs zum Kompromiss und der Gewährung parlamentarisch-demokratischer Grundfreiheiten von den Nationalsozialisten als staatsrechtliches Prinzip entschieden abgelehnt. Sie erhoben dagegen den Anspruch, dass sie die "Spaltungen im Volk", die zum Pluralismus führten, nach der Machtübernahme beseitigt und eine Volksgemeinschaft geschaffen hätten, die sich bereitwillig der auserwählten Führung unterordne (Ritterbusch: "Demokratie und Diktatur", 1939).