Pogrom

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (russisch Gewitter, Verwüstung), im Russischen zunächst Bezeichnung für Ausschreitungen gegen nationale, religiöse u. a. Minderheiten, seit den Judenverfolgungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts insbesondere für antijüdische Übergriffe. In diesem Sinne wurde Pogrom in das Vokabular der meisten Weltsprachen übernommen. Der Pogrom der Kristallnacht bildete im Dritten Reich einen der ersten Höhepunkte der nationalsozialistischen Judenverfolgung, ausgelöst und geduldet wie die früheren russischen und polnischen Pogrome durch staatliche Stellen. Trotz der folgenden nationalsozialistischen Ausrottungspolitik, insbesondere in Russland, erlosch der Antisemitismus nach 1945 nicht völlig, so dass es bis heute vereinzelt zu Pogromen gekommen ist. Allerdings machte die Bezeichnung erneut eine Bedeutungsausweitung durch und wird heute auch auf Ausschreitungen gegen andere Gruppen (Tamilen, Kurden, Indianer, Schiiten, Schwarze u. a.) angewandt.