Pohl-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren vor dem Militärgerichtshof III der USA in Nürnberg gegen den Chef des Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts der SS (WVHA), Oswald Pohl, und 17 seiner leitenden Mitarbeiter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation (Fall 4). Die Angeklagten wurden im Wesentlichen beschuldigt, für Morde und andere Verbrechen zum Nachteil von Häftlingen in den vom WVHA verwalteten KZ und betriebenen SS-Wirtschaftsunternehmen verantwortlich zu sein.

    Durch Urteil vom 3. 11. 47 wurden Pohl und drei weitere Angeklagte zum Tod durch den Strang verurteilt, zwölf Angeklagte erhielten Freiheitsstrafen von zehn Jahren bis lebenslänglich, drei Angeklagte sprach das Gericht frei. Auf Anträge der Verteidigung hin revidierte das Gericht am 11. 8. 48 sein Urteil: Eine Todesstrafe wurde in lebenslänglich Gefängnis umgewandelt und drei Haftstrafen herabgesetzt. Durch Gnadenerlass vom 31. 1. 51 wandelte der US-Hochkommissar McCloy zwei weitere Todesstrafen in zeitige Freiheitsstrafen um und setzte alle Freiheitsstrafen herab. Pohl wurde am 8. 6. 51 hingerichtet.