Presseanweisungen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    verbindliche, streng vertrauliche, staatliche Direktiven und Sprachregelungen, die der deutschen Tagespresse für die Aufnahme, Gestaltung und Platzierung von Nachrichten und Kommentaren ab Juli 33 täglich auf der Berliner Pressekonferenz von der Presseabteilung des Propagandaministeriums übermittelt wurden. Sie stellten die Zusammenfassung der in Vorkonferenzen ermittelten sachlichen und politischen Forderungen betroffener Behördenstellen dar. Anweisungen an Provinzpresse und Zeitschriften erfolgten fernschriftlich über die Landesstellen des Propagandaministeriums (ab 1937 Reichspropagandaämter), für Zeitschriften auch auf Reichszeitschriftenkonferenzen und ab 9. 5. 39 durch den Zeitschriftendienst. Unbedingt zu übernehmende Themen wurden hier doppelt umrandet, zu übernehmende Texte erhielten das Kennwort "Ausrichtung". Anstelle der Einzelanweisungen wurde ab November 40 für die Tagespresse die "Tagesparole des Reichspressechefs" diktiert und durch mündliche Informationen und weitere Sprachregelungen ergänzt.