Propagandaministerium

    Aus Lexikon Drittes Reich

    übliche Kurzbezeichnung für das am 13. 3. 33 unter Goebbels gebildete Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Promi). Das Propagandaministerium bezog seine Kompetenzen aus verschiedenen Ressorts und sollte Hitlers Vorstellungen von wirkungsvoller Propaganda, wie er sie in "Mein Kampf" beschrieben hatte, umsetzen. Dazu gehörten zunächst einmal die Gleichschaltung aller Meinungsproduzenten (Presse, Rundfunk, Film) und die Monopolisierung des Kulturbetriebs (Literatur, Theater, Kunst, Musik). Hebel dazu wurde das Gesetz vom 22. 9. 33 über die Zusammenfassung aller "Kulturschaffenden" in Körperschaften öffentlichen Rechts unter dem Dach einer Reichskulturkammer, deren Präsident Goebbels wurde. Über Berufsverbote und Zensur leistete sie defensive Propaganda durch Filterung; der offensiven Darstellung des Regimes z. B. in den Massenmedien dienten die verschiedenen Formen von Presseanweisungen, die über die Landesstellen des Propagandaministeriums (ab 1937 Reichspropagandaämter) bis in alle Winkel des Reichs durchgesetzt wurden. Hinzu kamen die pompösen Inszenierungen bei Reichsparteitagen oder anlässlich der nationalsozialistischen Feiern und die Ausgestaltung des Führerkults. Zwar gelang es Goebbels nie ganz, konkurrierende Instanzen (Auswärtiges Amt, Wehrmacht u. a.) auszuschalten, doch sorgte sein hoher Rang in der nationalsozialistischen Hierarchie für Mitsprache des Propagandaministeriums in allen Fragen der Meinungslenkung. Das monolithische Bild des Dritten Reichs, das bis in die Gegenwart nachwirkt, ist sein Werk.