Psychologie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen in seiner Umwelt. In Deutschland als Teilgebiet der Philosophie entstanden, hatte sich die Psychologie am Ende der Weimarer Zeit als akademisches Fach etabliert. Durch die nationalsozialistische Beamtengesetzgebung wurden über 30 % der Hochschullehrer für Psychologie entlassen, ihre Stellen wurden zunächst unter politischen Gesichtspunkten wiederbesetzt. 1937 setzte eine an der Praxis orientierte Aufwertung des Fachs ein mit dem Ziel, Nachwuchs für die Wehrmachts-Psychologie zu sichern. Die Psychologie wurde erstmals zu einem berufsvorbereitenden Fach, was schließlich zur Einführung der Diplom-Prüfungsordnung von 1941 führte. Die Wehrmachts-Psychologie hatte schon 1937 ein Assessorexamen als eine Art 2. Staatsprüfung nach der Promotion eingerichtet. Obwohl die Luftwaffen- und Heeres-Psychologie 1942 aufgelöst wurden, gelang es der Psychologie, neue Betätigungsfelder in der Erziehungsberatung und Mitarbeiterschulung der NSV und im arbeitspsychologischen Dienst der DAF zu finden. Dies führte (nach U. Geuter) dazu, dass sich die deutsche Psychologie im Dritten Reich professionalisieren konnte.