Quäker

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ursprünglich Spottname ("Zitterer"), später auch Eigenbezeichnung einer im 17. Jahrhundert in England entstandenen christlichen Sekte (Society of friends). Die karitativ orientierten Quäker fanden v. a. in den USA Verbreitung und hielten sich strikt an moralische Postulate wie Eid- und Kriegsdienstverweigerung. Diese rigorose Haltung führte im Dritten Reich bei den deutschen Quäkern zu schweren Konflikten und wurde daher offiziell gelockert, so dass es nicht wie bei den Ernsten Bibelforschern zu hohen Märtyrerzahlen kam. Dennoch wurden die Quäker wegen ihrer internationalen Verbindungen argwöhnisch beobachtet, zumal sie immer wieder Hilfsaktionen, u. a. zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Grüber, für Verfolgte organisierten. Wie nach dem Ersten Weltkrieg ("Quäker-Speisung") setzten sich die Quäker nach 1945 für die notleidende europäische Bevölkerung ein und waren maßgeblich am Hilfsprogramm CARE beteiligt.