Rapallo-Vertrag

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 16. 4. 22 während der Weltwirtschaftskonferenz in Genua (10. 4.-19. 5.) in Rapallo (Norditalien) abgeschlossener Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, unterzeichnet von den Außenministern Rathenau und Tschitscherin. Der Rapallo-Vertrag diente der Regelung der deutsch-sowjetischen Beziehungen. Beide Staaten verzichteten gegenseitig auf Erstattung ihrer Kriegskosten und der militärischen und zivilen Kriegsschäden, Deutschland außerdem auf die Erstattung des in der UdSSR verstaatlichten deutschen Vermögens, und vereinbarten, ihre Wirtschaftsbeziehungen nach dem Grundsatz der Meistbegünstigung zu regeln und diplomatische und konsularische Beziehungen aufzunehmen. Durch ein am 5. 11. 22 in Berlin geschlossenes Abkommen wurde der Rapallo-Vertrag auf die anderen sowjetischen Bundesstaaten ausgeweitet; am 31. 1. 23 wurde er in Berlin ratifiziert. Mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. 6. 41 wurde der Rapallo-Vertrag außer Kraft gesetzt.