Rassenpsychologie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Dritten Reich aus den Fächern Rassenseelen-, Rassenbegabungs- und Rassenleistungskunde bestehende Disziplin mit der Aufgabe, menschliche Charaktereigenschaften, Talente und kulturelle Leistungen als rassisch bedingt zu untersuchen. Da das Ergebnis in der Aufgabenstellung enthalten war, waren die "Forschungen" der Rassenpsychologie bloße Bestätigungen von Vorurteilen, Materialsammlungen zum Beleg der ohnehin dogmatisch festgelegten Weltanschauung, in der Rasse sowohl Motor des geschichtlich-kulturellen Prozesses wie persönliches Schicksal und Aufgabe war. Für Fragen der Milieueinflüsse war in der rein genetisch argumentierenden Rassenpsychologie kein Platz; nicht Lernen veränderte danach Individuen und Kollektive, sondern Auslese und Ausmerze. Therapie für Fehlentwicklungen konnte immer nur in züchterischer Korrektur bestehen.