Rassenschande

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Straftatbestand gemäß Blutschutzgesetz vom 15. 9. 35 (RGBl I, S. 1 146): Eheschließung sowie "außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes". Da Eheschließungen der genannten Art verboten wurden, blieb als Delikt der außereheliche Verkehr, bei dem laut Gesetz sich nur der Mann strafbar machte. In den zahlreichen Verfahren wegen Rassenschande, herbeigeführt meist durch Denunziationen aus Rache oder Eifersucht, wurde aber auch häufig gegen Frauen verhandelt. Am Ende standen meist drastische Strafen (Zuchthaus), die im Krieg noch verschärft wurden. Nach der "Verordnung gegen Volksschädlinge" vom 5. 9. 39 wurde nicht selten sogar auf Todesstrafe erkannt, wenn dem Angeklagten die Ausnutzung der Kriegsumstände (Verdunkelung, Not u. a.) angelastet werden konnte. Rassenschande führte auch oft ohne Verfahren zu KZ-Einweisung (z. B. bei Fremdarbeitern). Der Begriff war zwar insbesondere auf Juden geprägt, wurde aber auch für Verhältnisse mit sonstigen "Artfremden" verwendet.