Reder, Walter

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Sturmbannführer

    geboren: 4. Februar 1915 Freiwaldau (Nordmähren) gestorben: 26. April 1991 Wien


    Reder befehligte im September 44 die Aufklärungsabteilung der 16. SS-Panzergrenadierdivision in Norditalien im Kampf gegen die Partisanenbrigade "Stella Rossa". Ende des Monats ließ er zur "Vergeltung" von Partisanenanschlägen das Städtchen Marzabotto bei Bologna und einige umliegende Dörfer zerstören. Bei der Aktion, die Reder vom 40 km entfernten Befehlsstand leitete, töteten seine Leute nach offiziellen italienischen Angaben innerhalb von fünf Tagen 1 830 Zivilisten, meist Frauen, Kinder und alte Leute, indem sie Häuser niederbrannten, mit Maschinenwaffen auf Fliehende schossen und Handgranaten in Gebäude warfen. 1945 von britischen Soldaten festgenommen, wurde Reder 1951 in Bologna zu lebenslanger Haft verurteilt und in die Festung Gaeta gebracht. Gnadengesuche, auch staatlicher österreichischer Stellen, blieben erfolglos. 1980 wurde die Strafe auf den 15. 7. 85 befristet, und Ende Januar 85 wurde Reder vorzeitig freigelassen, obwohl sich kurz zuvor die Hinterbliebenen der Opfer dagegen ausgesprochen hatten. Sein Empfang in Österreich durch den Verteidigungsminister führte zu einer Regierungskrise in Wien.