Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 24. 2. 24 u. a. von Hörsing (bis 1932 Vorsitzender) gegründete republikanische Selbstschutzorganisation mit Sitz in Magdeburg, getragen v. a. von der SPD, aber auch von den anderen Parteien der Weimarer Koalition. Das Reichsbanner, das zeitweilig über drei Millionen Mitglieder zählte, bildete als militärisch gegliederten Kampfverband die so genannte Schufo (Schutzformation) mit bis zu 400 000 Kämpfern. Ihre Stunde kam mit dem Anwachsen der radikalen Parteien, insbesondere der NSDAP, im Verlauf der Weltwirtschaftskrise seit 1930. Wenn das Reichsbanner letztlich wie die von ihm maßgeblich getragene Eiserne Front erfolglos blieb, so lag das an der hemmenden überparteilichen Organisation, an der unentschlossenen Führung der SPD wie an der bis dahin nicht gekannten Bedenkenlosigkeit der nationalsozialistischen Gegner. Im Juni/Juli 32 kamen acht Reichsbanner-Angehörige bei Straßenschlachten ums Leben, zahlreiche andere (über 3 000) wurden von der parteiischen Justiz abgeurteilt. Beim Preußenschlag Papens (20. 7. 32) blieben die Kampfgruppen des Reichsbanner untätig, weil Eingreifbefehle ausblieben. In der Folgezeit konnte auch die Annäherung an die Reichswehr und (regional) an den Stahlhelm die Lage nicht mehr retten. Nahezu widerstandslos löste sich das Reichsbanner im März 33 auf, viele Mitglieder emigrierten, andere wurden verhaftet.