Reichsbruderrat

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Organ der Bekennenden Kirche, noch vor deren eigentlicher Etablierung im März 34 entstanden aus den Bruderräten, die Mitglieder des Pfarrernotbunds in den evangelischen Landeskirchen gebildet hatten. Der Reichsbruderrat trat am 22. 4. 34 anlässlich der Jubiläumsfeier des Ulmer Münsters erstmals öffentlich in Erscheinung, forderte zum Widerstand gegen die Gleichschaltungsmaßnahmen des Reichskirchenregiments unter L. Müller auf und berief die Barmer Bekenntnissynode für Ende Mai 34 ein. Dort von 19 Landeskirchen legitimiert, koordinierte der Reichsbruderrat den Kampf gegen die Deutschen Christen und gab nach der 2. Bekenntnissynode in Berlin-Dahlem (Oktober 34) der Bekennenden Kirche eine "Vorläufige Kirchenleitung" (VKL). Der Reichsbruderrat, in dem es wegen der Wahl des hannoverschen Landesbischofs Marahrens zum Vorsitzenden der VKL zu Differenzen kam (Niemöller), beriet die VKL und sorgte für die Durchführung der Beschlüsse der Synoden. Er blieb nach der Spaltung der Bekennenden Kirche ihre wichtigste Klammer und leitete nach dem Zusammenbruch 1945 den Wiederaufbau der Evangelischen Kirche (EKD) ein.