Reichsfilmkammer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eine der sieben Kammern der Reichskulturkammer, schon vor ihr mit Gesetz vom 14. 7. 33 konstituiert. Die Reichsfilmkammer war 1937 in zehn Abteilungen bzw. Fachgruppen gegliedert, die alle an Produktion und Distribution von Filmen Beteiligten umfassten. Präsident war 1933-35 Fritz Scheuermann, 1935-39 Oswald Lehnich, 1939-45 C. Froelich, Vizepräsident bis 1935 Arnold Raether, bis 1939 Hans Weidemann und 1939-45 Karl Melzer, Geschäftsführer: bis 1939 Karl Melzer, dann bis 1945 Heinz Tackmann. Die Zugehörigkeit zur Reichsfilmkammer war für alle im Filmsektor Tätigen Pflicht, eine Berufsausübung ohne Mitgliedschaft nicht möglich. Eine weitgehende berufsständische Selbstverwaltung war aber in der Reichsfilmkammer nur vorgetäuscht. Faktisch war auch sie wie die übrigen Einzelkammern ein wichtiges Instrument des Propagandaministeriums zur kulturellen Kontrolle und Manipulation der Öffentlichkeit.