Reichsflaggengesetz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 15. 9. 35 zugleich mit den Nürnberger Gesetzen erlassene Regelung, wonach die deutschen Farben Schwarz-Weiß-Rot und die Reichs-(National-)Flagge die Hakenkreuzflagge war, die zugleich als Handelsflagge galt. In Durchführungsverordnungen wurde verfügt, dass die Reichsflagge an privaten Gebäuden an folgenden Feiertagen zu hissen sei: Reichsgründungstag (18. 1.), Tag der nationalen Erhebung (= Machtergreifung, 30. 1.), Heldengedenktag, Führergeburtstag (20. 4.), Maifeiertag, Erntedanktag, Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung (= Tag des Hitlerputsches, 9. 11.). Das Hissen der Fahnen konnte zudem bei besonderen Anlässen angeordnet werden und wurde von Ortsgruppen- und Blockleitern argwöhnisch überwacht; selbst versehentliches Versäumen der Hissung konnte zu peinlichen Verhören, beschmutzte oder zerrissene Flaggen konnten zur Anklage wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz führen. Juden war das Zeigen der Reichsflagge verboten.