Reichskammer der bildenden Künste

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eine der sieben Kammern der Reichskulturkammer, gegründet am 1. 11. 33 mit der "1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturgesetzes", hervorgegangen aus dem "Reichskartell der bildenden Künste". Die Reichskammer der bildenden Künste war 1937 in sieben Abteilungen gegliedert, die sämtliche an der Kulturerzeugung" und "Kulturförderung" beteiligte Berufsgruppen, Institutionen und Vereine umfassten. Präsident war 1933-36 Eugen Hönig, 1937-45 Adolf Ziegler; Geschäftsführer: Walter Hofmann. Der von der Reichskammer der bildenden Künste geschaffene Posten eines "Reichsbeauftragten für künstlerische Formgebung" wurde 1935 mit Hans Schweitzer, Karikaturist aus der "Kampfzeit", besetzt; er hatte die politischen Richtlinien der Reichskammer der bildenden Künste zu bestimmen und ihre Durchführung zu überwachen.


    Die Zugehörigkeit zur Reichskammer der bildenden Künste war für alle mit der bildenden Kunst Befassten Pflicht, eine Berufsausübung ohne Mitgliedschaft nicht möglich. Eine weitgehende berufsständische Selbstverwaltung war aber in der Reichskammer der bildenden Künste nur vorgetäuscht. Faktisch war auch sie wie die übrigen Einzelkammern ein wichtiges Instrument des Propagandaministeriums zur kulturellen Kontrolle und Manipulation der Öffentlichkeit.